Working Interview
Praxisnaher Leitfaden für HR-Verantwortliche und Personalentscheider.

Welche Unternehmen uns vertrauen
























Working Interview Definition: Ein Working Interview ist ein praktisches Vorstellungsgespräch, bei dem Bewerber direkt am echten Arbeitsplatz eine oder mehrere typische Aufgaben ausführen.
Warum ist das für dich als Arbeitgeber wichtig?
Im Recruiting heißt es oft: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Ein Working Interview liefert dir genau diese Kontrolle, weil du die Kandidaten in ihrem künftigen Jobumfeld beobachtest. Gerade bei handwerklichen, kreativen oder kundenorientierten Tätigkeiten siehst du so schnell, ob die Fähigkeiten passen und ob der Kandidat ins Team und den Arbeitsrhythmus passt. Das reduziert Fehlbesetzungen und spart dir Zeit und Kosten im Nachhinein.
Außerdem kannst du mit einem Working Interview Soft Skills wie Stressresistenz, Kommunikation und Selbstorganisation live prüfen – das geht im reinen Gespräch oft zu kurz.
So funktioniert ein Working Interview in der Praxis
- Vorbereitung: Definiere klare Aufgaben, die typisch für die Stelle sind und gut in kurzer Zeit erledigt werden können.
- Einladung: Lade ausgewählte Kandidaten zu einem oder mehreren Arbeitsprobetagen oder halben Tagen ein.
- Beobachtung: Sorge dafür, dass eine erfahrene Führungskraft oder HR-Person die Arbeit begleitet, Fragen stellt und Feedback sammelt.
- Auswertung: Vergleiche die Leistung der Kandidaten anhand vorher festgelegter Kriterien (Qualität, Tempo, Teamverhalten, Sorgfalt).
- Entscheidung: Nutze die gewonnenen Eindrücke als wichtige Entscheidungsgrundlage neben Lebenslauf und Interview.
Beachte dabei: Das Working Interview darf nicht zur unbezahlten regulären Arbeit führen. Klare Absprachen und eventuell eine Vergütung sind wichtig, um rechtliche Probleme zu vermeiden.
Vorteile für Arbeitgeber
- Realistische Einschätzung der Fähigkeiten und Arbeitsweise
- Frühes Erkennen von Soft Skills und Teamfit
- Reduzierung von Fehlbesetzungen und Fluktuation
- Effizientere Auswahl – bessere Entscheidungen mit weniger Risiko
- Positive Signale an Kandidaten durch transparente und praxisnahe Auswahl
Typische Fehler, die du vermeiden solltest
- Unklare Aufgaben: Wenn die Testaufgaben nicht praxisnah oder zu komplex sind, zeigt das Working Interview nicht das wahre Potential.
- Keine Begleitung: Ohne Beobachtung und Feedback geht wertvolles Wissen verloren.
- Rechtliche Stolperfallen: Keine Vergütung oder falsche Einordnung als reguläre Arbeit können Ärger bringen.
- Zu lange Dauer: Kandidaten dürfen nicht überfordert oder ausgenutzt werden – kurze, klare Einsätze sind besser.
- Fehlende Dokumentation: Ohne strukturierte Bewertung ist der Nutzen des Working Interviews begrenzt.
Quick-Tipps für dein Working Interview
- Bereite konkrete, typische Aufgaben vor, die in 2–4 Stunden lösbar sind.
- Beobachte den Kandidaten aktiv und notiere deine Eindrücke.
- Klare Absprachen zur Vergütung oder Aufwandsentschädigung treffen.
- Informiere den Kandidaten transparent über Ablauf und Erwartungen.
- Nutze ein Bewertungsformular mit festen Kriterien für Vergleichbarkeit.
Verwandte Begriffe
Hinweis: Dies ist keine Rechtsberatung. Konsultiere im Zweifelsfall einen Fachanwalt, um arbeitsrechtliche Fragen zum Working Interview abzuklären.
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