Überlassungshöchstdauer — Definition und Praxis für Arbeitgeber
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Definition
Die Überlassungshöchstdauer ist ein arbeitsrechtlicher Begriff und bezeichnet die maximal erlaubte Zeitspanne, während der ein Leiharbeitnehmer von einem Verleiher an einen Entleiher überlassen werden darf. In Deutschland liegt diese Höchstdauer grundsätzlich bei 18 Monaten je Einsatzbetrieb. Überschreitet die Überlassung diese Frist, können sich daraus arbeitsrechtliche Konsequenzen ergeben, etwa ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zwischen dem Leiharbeitnehmer und dem Entleiher.
Warum ist die Überlassungshöchstdauer wichtig für Arbeitgeber?
Gerade für Unternehmen, die regelmäßig Leiharbeitnehmer einsetzen, ist die Überlassungshöchstdauer eine zentrale gesetzliche Grenze, die es zu beachten gilt. Wird sie nicht eingehalten, droht die rechtliche Folge, dass der Entleiher den Leiharbeitnehmer als eigenen Mitarbeiter beschäftigen muss – mit allen Rechten und Pflichten wie Kündigungsschutz, Tarifbindung und Sozialleistungen.
Das bedeutet für dich als Arbeitgeber: Ein Verstoß kann zu unerwarteten Kosten und organisatorischen Herausforderungen führen. Außerdem schützt die Überlassungshöchstdauer Arbeitnehmer vor Dauer-Leiharbeit und sorgt für klare Verhältnisse zwischen Verleiher, Entleiher und Mitarbeiter.
So funktioniert die Überlassungshöchstdauer in der Praxis
- Beginn der Überlassung: Ab dem ersten Tag, an dem der Leiharbeitnehmer im Einsatzbetrieb tätig ist, läuft die Überlassungshöchstdauer.
- Dauer zählen: Die Frist von 18 Monaten bezieht sich auf den gleichen Einsatzbetrieb. Pausen oder Wechsel in einen anderen Betrieb können die Frist unterbrechen oder neu starten.
- Frist im Blick behalten: Als Entleiher solltest du den Einsatz von Leiharbeitnehmern genau dokumentieren, um die Höchstdauer nicht unbeabsichtigt zu überschreiten.
- Nach Ablauf der Höchstdauer: Entweder wird der Leiharbeitnehmer fest übernommen – oder der Einsatz endet, um rechtliche Risiken zu vermeiden.
Vorteile für Arbeitgeber
Rechtssicherheit
Einhaltung der Überlassungshöchstdauer schützt vor ungewollten Arbeitsverhältnissen und Nachforderungen.
Planungshilfe
Klare Fristen helfen dir, den Einsatz von Leiharbeitnehmern strategisch zu steuern.
Flexibilität
Du kannst kurzfristig Personalengpässe über Leiharbeit abdecken, ohne langfristige Verpflichtungen.
Vermeidung von Rechtsrisiken
Die konsequente Beachtung der Höchstdauer minimiert Konflikte mit Betriebsrat, Gewerkschaften oder Behörden.
Typische Fehler bei der Überlassungshöchstdauer
Frist nicht dokumentiert
Fehlende oder unvollständige Aufzeichnungen machen es schwer, die Höchstdauer nachzuweisen.
Wechsel im Betrieb nicht beachtet
Ein Einsatzwechsel innerhalb desselben Unternehmens wird oft unterschätzt und führt zur Überschreitung.
Unklare Absprachen mit Verleihern
Ohne klare Regeln kann es zu unerwarteten Überlassungszeiten kommen.
Verwechslung mit Einsatzdauer
Die Höchstdauer gilt pro Einsatzbetrieb, nicht pauschal für alle Einsätze.
Checkliste: So behältst du die Überlassungshöchstdauer im Griff
- Dokumentiere den Einsatzbeginn und alle Einsatzunterbrechungen genau.
- Klare Vereinbarungen mit Verleihern treffen, die Überlassungsdauer transparent machen.
- Behalte den Einsatzbetrieb im Blick – bei Wechseln innerhalb des Unternehmens neu zählen.
- Plane frühzeitig, wie nach Ablauf der Höchstdauer weiter verfahren wird.
- Schule deine HR- und Fachabteilungen, damit sie die Frist kennen und beachten.
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