Lohnfortzahlung 6 Wochen PA — Definition und Praxis für Arbeitgeber
Praxisnaher Leitfaden für HR-Verantwortliche und Personalentscheider.

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Definition
Die Lohnfortzahlung 6 Wochen PA beschreibt die Pflicht des Arbeitgebers, im Krankheitsfall eines Mitarbeiters den Lohn bis zu sechs Wochen weiterzuzahlen. Die Abkürzung „PA“ steht für „Pflichtaufgabe“ oder „Personaladministration“ und weist darauf hin, dass diese Lohnfortzahlung ein wichtiger administrativer Prozess in der Personalverwaltung ist. Die Rechtsgrundlage dafür bildet das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG).
Warum ist die Lohnfortzahlung 6 Wochen PA wichtig für Arbeitgeber?
Als Arbeitgeber bist du verpflichtet, deinen Mitarbeitern im Krankheitsfall bis zu sechs Wochen den Lohn weiterzuzahlen – das gilt auch für kleine und mittlere Unternehmen. Diese Zahlung sichert den Beschäftigten ihre finanzielle Stabilität und sorgt für Vertrauen und Mitarbeiterbindung.
Gleichzeitig ist die Lohnfortzahlung ein zentraler Punkt in deiner Personaladministration, da sie korrekt dokumentiert und abgerechnet werden muss. Fehler können zu Nachzahlungen, Konflikten oder sogar Bußgeldern führen.
Verstehst du die Details und Abläufe, kannst du die Prozesse effizient gestalten und deine Mitarbeiter fair behandeln – das wirkt sich positiv auf das Betriebsklima aus.
So funktioniert die Lohnfortzahlung 6 Wochen PA in der Praxis
- Erkrankung melden: Der Mitarbeiter informiert dich unverzüglich über seine Krankheit.
- Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU): Ab dem dritten Krankheitstag muss der Mitarbeiter eine AU vom Arzt vorlegen (für eine lückenlose Dokumentation empfehle ich, sie bereits früher anzufordern).
- Lohnfortzahlung berechnen: Du zahlst den Nettolohn (bzw. das vertraglich vereinbarte Entgelt) für maximal sechs Wochen weiter.
- Frist beachten: Die 6 Wochen gelten pro Erkrankung – bei erneuter Krankheit kann die Frist neu beginnen, wenn zwischen den Erkrankungen mindestens sechs Monate liegen.
- Nach Ablauf der 6 Wochen: Die Krankenkasse zahlt ggf. Krankengeld, wenn die Krankheit weiter besteht.
- Dokumentation: Du solltest alle AU-Bescheinigungen und die Zahlungen sorgfältig dokumentieren.
Vorteile für Arbeitgeber
- Klare gesetzliche Regelung verhindert Rechtsunsicherheiten.
- Fördert Vertrauen und Loyalität bei den Mitarbeitern.
- Vermeidet Konflikte durch transparente und faire Abwicklung.
- Hilft bei der Planung der Personalressourcen durch genaue Kenntnis von Ausfallzeiten.
- Vermeidet Nachzahlungen durch korrekte Abrechnung und Dokumentation.
Typische Fehler, die Arbeitgeber vermeiden sollten
- Keine oder verspätete Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Das kann zu Streitigkeiten führen und die Lohnfortzahlung verzögern.
- Falsche Berechnung der Lohnfortzahlung: Zum Beispiel nur das Bruttogehalt zahlen oder Zuschläge vergessen.
- Unzureichende Dokumentation: Fehlende Nachweise erschweren späteren Nachweis und können zu Problemen bei Prüfungen führen.
- Lohnfortzahlung über sechs Wochen hinaus ohne Krankengeldbeantragung oder Prüfung der Rechtslage.
- Verwechslung mit anderen Entgeltansprüchen: Zum Beispiel Urlaubsentgelt oder Kurzarbeitergeld.
Quick-Tipps zur Lohnfortzahlung 6 Wochen PA
- Fordere die AU-Bescheinigung spätestens am dritten Krankheitstag ein.
- Berechne den Lohn korrekt: Brutto, Zuschläge und sonstige Bestandteile beachten.
- Dokumentiere alle Krankmeldungen und Zahlungen sorgfältig digital oder papierbasiert.
- Behalte die Fristen für die 6 Wochen genau im Blick – bei wiederholter Krankheit kann die Regel neu starten.
- Informiere dich regelmäßig über gesetzliche Änderungen und passe deine Prozesse an.
Verwandte Begriffe
- Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG)
- Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU)
- Krankengeld
- Krankmeldung
- Lohnabrechnung
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