Kündigung zum Quartalsende rechtens? — Was du als HR jetzt wirklich wissen musst
Praxisnaher Leitfaden für HR-Verantwortliche und Personalentscheider.

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Das Wichtigste zu „Kündigung zum Quartalsende rechtens“ in einem Satz: Eine Kündigung zum Quartalsende ist grundsätzlich möglich – aber nur, wenn der Arbeitsvertrag oder ein Tarifvertrag das ausdrücklich vorsieht.
Kündigung zum Quartalsende rechtens – Das steckt rechtlich dahinter
Viele Arbeitgeber denken: „Kündigung zum Quartalsende? Klingt doch sauber und ordentlich!“ Aber so einfach ist das nicht. Die rechtliche Grundlage spielt hier die Hauptrolle. Laut Gesetz – genauer gesagt nach § 622 BGB – gibt es keine automatische Regel, die das Quartalsende als Kündigungstermin festlegt. Die gesetzlichen Fristen enden meist zum Monatsende, nicht zwingend zum Quartalsende.
Eine Kündigung zum Quartalsende ist nur dann rechtens, wenn das ausdrücklich im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag steht. Schau also immer erst in den Vertrag, bevor du dich auf das Quartalsende als Stichtag verlässt!
Stell dir vor: Klassisches Szenario aus dem HR-Alltag
Stell dir vor: Du möchtest einem Mitarbeiter kündigen und denkst dir, das Quartalsende ist doch ein klarer, fairer Schnitt. Du schreibst das Kündigungsschreiben, nennst als Beendigungsdatum den 31. März und legst es dem Kollegen vor. Ein paar Tage später kommt die Rückfrage: „Darf das überhaupt sein?“
Und jetzt wird’s spannend: Wenn im Vertrag steht, dass Kündigungen nur zum Quartalsende möglich sind, dann passt das. Fehlt diese Regelung aber, greift die gesetzliche Kündigungsfrist – meist zum Monatsende. Dann wäre deine Kündigung eventuell nicht wirksam, und du musst nachbessern. Das bedeutet im schlimmsten Fall: Mehr Aufwand, Verzögerungen und ein Imageschaden beim Mitarbeiter.
Gesetzliche Kündigungsfristen: Was gilt ohne Sonderregel?
Wenn im Vertrag nichts Spezielles steht, gilt § 622 BGB. Bedeutet: Die Kündigung wird zum Ende eines Kalendermonats wirksam – nicht (automatisch) zum Quartalsende. Die Frist hängt von der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab (je länger im Betrieb, desto länger die Frist).
Ein Beispiel: Du willst zum 31. März kündigen, die gesetzliche Frist beträgt vier Wochen zum Monatsende. Dann muss die Kündigung spätestens am letzten Tag im Februar beim Mitarbeiter eingehen. Möchtest du zum Quartalsende kündigen, aber die Frist passt nicht, verschiebt sich der Termin automatisch auf das nächste Monatsende.
Hier findest du mehr Details zu gesetzlichen Kündigungsfristen für Arbeitgeber.
Arbeitsvertrag, Tarifvertrag & Co.: Wann ist das Quartalsende erlaubt?
Fun Fact: In manchen Branchen oder bei bestimmten Tarifverträgen ist die Kündigung zum Quartalsende tatsächlich festgelegt – etwa im Bankensektor oder bei großen Industrieunternehmen. Dann ist das Quartalsende der einzige (oder zumindest bevorzugte) Kündigungstermin.
Check also immer:
- Was steht im individuellen Arbeitsvertrag?
- Gibt es einen einschlägigen Tarifvertrag?
- Hat das Unternehmen eine Betriebsvereinbarung, die das Quartalsende als Stichtag festlegt?
Was bedeutet das im Alltag für HR und Geschäftsführung?
Eine Kündigung zum Quartalsende hört sich erstmal praktisch an, bringt aber nur dann rechtliche Sicherheit, wenn sie vertraglich oder tariflich sauber geregelt ist. Ansonsten riskierst du, dass die Kündigung anfechtbar ist – und das willst du wirklich vermeiden!
Praxis-Tipp: Willst du auf Nummer sicher gehen, schreib im Kündigungsschreiben immer das konkrete Datum („hiermit kündigen wir das Arbeitsverhältnis zum 31.03.2024“), nicht einfach „zum Quartalsende“. Das sorgt für Klarheit.
Und wenn du dir unsicher bist, ob die Kündigung zum Quartalsende rechtens ist? Kurz Rücksprache mit einem Fachanwalt oder deiner HR-Beratung – so bist du safe. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung, sondern bietet dir den nötigen Überblick für die Praxis!
Welche Stolperfallen gibt es bei der Kündigung zum Quartalsende?
Übrigens: Ein häufiger Fehler ist, dass Kündigungen zum Quartalsende ausgesprochen werden, obwohl die Kündigungsfrist das gar nicht zulässt. Wenn z. B. die Frist sechs Wochen beträgt, du aber erst fünf Wochen vor Quartalsende kündigst, verschiebt sich das Beendigungsdatum automatisch auf das nächste Monatsende.
Auch wichtig: Sonderregeln bei Mutterschutz, Schwerbehinderung oder während einer Krankheit. Hier gelten oft längere Fristen oder sogar Kündigungsverbote. Mehr dazu findest du unter Kündigung Arbeitsvertrag und Kündigung des Arbeitsverhältnisses.
Alternativen zur Kündigung zum Quartalsende
Du willst flexibler sein? Dann lohnt sich ein Blick auf Alternativen zur klassischen Kündigung zum Quartalsende:
Vertraglich individuelle Fristen regeln
Du kannst im Arbeitsvertrag festlegen, dass auch zum Monatsende oder zu anderen Stichtagen gekündigt werden darf.
Aufhebungsvertrag
Über einen Arbeitsvertrag aufheben lässt sich das Arbeitsverhältnis jederzeit im beiderseitigen Einvernehmen beenden – unabhängig von Fristen oder Stichtagen.
Kündigung zum Quartalsende rechtens – Häufig gestellte Fragen
Fazit: Kündigung zum Quartalsende rechtens – Immer auf den Vertrag schauen!
Klartext: Eine Kündigung zum Quartalsende ist nur dann rechtens, wenn sie ausdrücklich im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt ist. Sonst gilt das Gesetz – und das setzt meistens das Monatsende als Stichtag. Im Zweifel: Vertrag checken, Fristen berechnen und lieber einmal zu viel als zu wenig nachfragen. So vermeidest du unnötigen Stress und rechtliche Stolperfallen.
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