Lexikon-ArtikelZeitarbeit & Arbeitnehmerüberlassung
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igz Tarifvertrag – Was er wirklich für Zeitarbeit bedeutet (und was nicht!)

TM

TalentMatch24 Redaktion

Stand: März 2026

igz Tarifvertrag – Was er wirklich für Zeitarbeit bedeutet (und was nicht!)

Viele denken beim igz Tarifvertrag sofort: „Da gibt’s doch für alle die gleichen Löhne – Hauptsache Tarif, passt schon!“ – Spoiler: So einfach ist das nicht. Der igz Tarifvertrag ist zwar das Rückgrat der Zeitarbeitsbranche, aber was das für dich als HR, Geschäftsführer oder Personalentscheider im Alltag heißt, ist oft deutlich komplexer. Hier bekommst du den Durchblick, wie der igz Tarifvertrag wirklich funktioniert – ohne Paragrafen-Dschungel, aber mit ganz viel Praxis.

igz Tarifvertrag: Was ist das überhaupt?

Der igz Tarifvertrag – oder offiziell das igz Tarifwerk – ist das Ergebnis der Verhandlungen zwischen dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) und der DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit. Er regelt die Arbeitsbedingungen für einen Großteil der Beschäftigten in Zeitarbeitsfirmen in Deutschland. Dazu gehören Löhne, Arbeitszeiten, Zuschläge, Urlaub und vieles mehr.

Klingt erstmal nach Standard, oder? Tatsächlich ist der igz Tarifvertrag in Sachen Flexibilität und Schutz ziemlich ausgewogen. Er ist nicht mit jedem Haustarif oder Branchentarif vergleichbar und wird regelmäßig angepasst, um auf Veränderungen im Arbeitsmarkt und rechtliche Vorgaben zu reagieren.

Das igz Tarifwerk auf einen Blick – Schnelle Übersicht

Bereich Was regelt der igz Tarifvertrag?
Löhne & Entgeltgruppen Stufenweise Entlohnung je nach Tätigkeitsprofil und Erfahrung
Arbeitszeiten Regelungen zu Wochenarbeitszeit, Überstunden, Zuschlägen
Urlaub Mindestens 25 Tage, je nach Betriebszugehörigkeit bis 30 Tage
Sonderzahlungen Weihnachts- und Urlaubsgeld gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit
Kündigungsfristen Längere Fristen mit wachsender Beschäftigungsdauer

Wie der igz Tarifvertrag in der Praxis funktioniert

Im Alltag einer Zeitarbeitsfirma sorgt der igz Tarifvertrag für Klarheit und Planbarkeit. Beispiel: Ein Unternehmen möchte kurzfristig über Arbeitnehmerüberlassungen Personal aufstocken. Dank Tarifvertrag wissen alle Parteien – Entleiher, Verleiher und Leiharbeiter – woran sie sind: Stundenlöhne, Zuschläge, Urlaubsansprüche, alles steht schwarz auf weiß. Das gibt Sicherheit, verhindert Willkür und sorgt für mehr Fairness.

In der Praxis gibt es trotzdem Spielraum. Zum Beispiel können Kundenunternehmen Branchenzuschläge zahlen, die über den Tarif hinausgehen. Aber: Der Tarifvertrag bildet immer die Mindestbasis. Und: Wer als Unternehmen mit dem igz Tarifvertrag arbeitet, signalisiert Verlässlichkeit – das ist auch fürs Employer Branding nicht zu unterschätzen!

igz Tarifwerk: Die wichtigsten Inhalte im Alltag

Was bekommst du als HR-Entscheider mit dem igz Tarifvertrag an die Hand? Hier ein paar Praxisbeispiele:

  • Entgeltgruppen: Neue Zeitarbeitnehmer starten meist in EG1 (einfache Tätigkeiten). Wer anspruchsvollere Aufgaben übernimmt, steigt schnell auf und bekommt mehr Geld.
  • Zuschläge: Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit werden extra vergütet – und zwar verbindlich geregelt.
  • Urlaub: Je länger jemand dabei ist, desto mehr Urlaubstage gibt’s. Das motiviert, auch länger im Personalservice zu bleiben.
  • Equal Pay: Nach neun Monaten im selben Einsatzbetrieb gilt das Equal-Pay-Prinzip: Dann muss mindestens das gezahlt werden, was vergleichbare Festangestellte bekommen.

Kurz: Der igz Tarifvertrag schafft Standards – aber es gibt auch Ausnahmen und Sonderfälle. Gerade bei längeren Einsatzzeiten oder speziellen Branchenzuschlägen lohnt es sich, genauer hinzuschauen!

Arbeitgeber vs. Arbeitnehmer: Was der igz Tarifvertrag für beide Seiten heißt

Aus Sicht des Arbeitgebers: Der igz Tarifvertrag ist ein solides Fundament für die Arbeitsüberlassung. Du weißt immer, welche Kosten auf dich zukommen und kannst sicher sein, rechtlich auf der sicheren Seite zu stehen. Die klaren Rahmenbedingungen machen die Planung einfach und verhindern böse Überraschungen bei Prüfungen oder im Streitfall.

Für Arbeitnehmer: Der Tarifvertrag bietet nicht nur Mindestlöhne, sondern auch Schutz vor Willkür. Es gibt geregelte Arbeitszeiten, bezahlten Urlaub, Zuschläge und soziale Absicherung. Und: Durch das Equal-Pay-Prinzip nach neun Monaten im selben Betrieb können Zeitarbeitnehmer sogar von steigenden Löhnen profitieren. Für viele ist das ein echter Pluspunkt.

Fazit: Der igz Tarifvertrag ist kein „Deckel nach unten“, sondern sorgt für Fairness und Perspektiven – für beide Seiten.

igz Tarifvertrag und Equal Pay: Wann gilt was?

Equal Pay ist DAS große Thema in der Zeitarbeit. Der igz Tarifvertrag regelt, dass nach neun Monaten ununterbrochenem Einsatz im selben Kundenbetrieb das gleiche Entgelt wie für vergleichbare Stammmitarbeiter gezahlt werden muss. Das sorgt für Gerechtigkeit, bringt aber auch Herausforderungen in der Abrechnung und Kommunikation mit sich.

Wichtig für dich als HR: Du musst den Einsatzzeitraum im Blick behalten und rechtzeitig die Anpassung vornehmen. Sonst drohen Nachzahlungen – und das kann schnell teuer werden.

Typische Stolperfallen rund um das igz Tarifwerk

Auch wenn der igz Tarifvertrag vieles erleichtert – ein paar Fallstricke gibt es trotzdem:

  • Falsche Eingruppierung: Achte darauf, dass die Tätigkeit des Leiharbeiters wirklich zur gewählten Entgeltgruppe passt. Sonst kann’s Ärger geben.
  • Branchenzuschläge vergessen: In einigen Branchen (z.B. Metall, Chemie) sind zusätzliche Zuschläge Pflicht. Die müssen auf den Tarif draufgerechnet werden.
  • Fehlende Kommunikation: Informiere deine Leiharbeiter regelmäßig über ihre Ansprüche – das schafft Vertrauen und verhindert Missverständnisse.

Ein ganz wichtiger Hinweis zum Schluss: Das Thema ist rechtlich komplex. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Im Zweifel solltest du einen Fachanwalt für Arbeitsrecht hinzuziehen. 😉

Was ist der igz Tarifvertrag genau?

Der igz Tarifvertrag ist ein Kollektivvertrag zwischen dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) und der DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit. Er regelt die Arbeitsbedingungen, Löhne und Rechte für Beschäftigte in Zeitarbeitsfirmen, die dem igz angehören.

Wie unterscheidet sich das igz Tarifwerk von anderen Tarifverträgen?

Das igz Tarifwerk ist speziell für die Zeitarbeitsbranche entwickelt und unterscheidet sich von Branchentarifen durch seine Flexibilität und den Fokus auf die Besonderheiten der Arbeitnehmerüberlassung. Andere Tarifverträge können höhere Löhne oder andere Sonderregelungen vorsehen.

Wann gilt Equal Pay im Rahmen des igz Tarifvertrags?

Equal Pay greift nach neun Monaten ununterbrochenem Einsatz im gleichen Kundenbetrieb. Ab dann muss das gleiche Entgelt wie für vergleichbare Festangestellte gezahlt werden.

Welche Vorteile bietet der igz Tarifvertrag für Unternehmen?

Unternehmen profitieren von klaren, kalkulierbaren Kosten, Rechtssicherheit und einem guten Image als fairer Arbeitgeber. Das hilft auch bei der Rekrutierung über Personalservice und in der Zusammenarbeit mit den Kundenunternehmen.

Müssen alle Zeitarbeitsfirmen den igz Tarifvertrag anwenden?

Nein, nur Firmen, die Mitglied im igz sind oder den Tarifvertrag freiwillig anwenden. Es gibt auch andere Tarifwerke wie den BAP-Tarifvertrag – die Spielregeln ähneln sich, unterscheiden sich aber im Detail.

Fazit: igz Tarifvertrag – Dein Kompass in der Zeitarbeit

Ob du als HR-Entscheider, Geschäftsführer oder Teamleiter unterwegs bist: Der igz Tarifvertrag ist dein Leitfaden für faire, rechtssichere und transparente Zeitarbeit. Damit hast du klare Regeln, zufriedene Mitarbeiter und weniger Stress im Tagesgeschäft. Und falls du dir beim Thema noch unsicher bist: Es gibt Profis, die dich dabei unterstützen! 💡

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