Equal Pay Zeitarbeit
Praxisnaher Leitfaden für HR-Verantwortliche und Personalentscheider.

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Definition
Equal Pay in der Zeitarbeit bedeutet, dass Leiharbeitnehmer für die gleiche Tätigkeit den gleichen Lohn erhalten müssen wie festangestellte Mitarbeiter im Entleihbetrieb. Das heißt konkret: Wenn ein Zeitarbeitnehmer eine Aufgabe übernimmt, die auch ein Stammmitarbeiter ausführt, darf die Bezahlung nicht niedriger sein.
Diese Regel ist im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) verankert und soll Lohndumping verhindern sowie faire Arbeitsbedingungen schaffen.
Warum ist Equal Pay in der Zeitarbeit wichtig für Arbeitgeber?
Für dich als Arbeitgeber bedeutet Equal Pay, dass du bei der Beschäftigung von Zeitarbeitnehmern die gleichen Vergütungsstandards einhalten musst wie bei deinen Stammkräften. Das sichert nicht nur faire Bedingungen für alle Mitarbeitenden, sondern schützt dich auch vor rechtlichen Risiken und möglichen Nachzahlungen.
Gleichzeitig fördert es ein gutes Betriebsklima – Mitarbeiter im Stamm und Zeitarbeitnehmer werden gleichwertig behandelt. So vermeidest du Spannungen und Fluktuation. Außerdem zwingt dich die Regelung, deine Lohnstrukturen zu kennen und transparent zu gestalten.
So funktioniert Equal Pay Zeitarbeit in der Praxis
- Vergleichbare Tätigkeiten definieren: Prüfe, welche Aufgaben der Zeitarbeitnehmer übernimmt und welche vergleichbaren Stammmitarbeiter im Entleihbetrieb dafür bezahlt werden.
- Gleiche Bezahlung sicherstellen: Die Löhne müssen mindestens gleich hoch sein. Das gilt für Grundlohn, Zulagen und Zuschläge, die regelmäßig gezahlt werden.
- Dauer der Beschäftigung beachten: Equal Pay gilt ab dem 9. Monat im Einsatz im selben Betrieb. In den ersten 3 Monaten darf der Verleiher noch einen geringeren Lohn zahlen (sogenanntes „Dreimonatsfenster“), danach gilt Equal Pay verbindlich.
- Dokumentation und Nachweise: Halte die Lohnvergleiche schriftlich fest. Im Streitfall musst du nachweisen können, dass die Bezahlung fair und gleich ist.
- Information an Zeitarbeitnehmer: Informiere deine Zeitarbeitnehmer transparent über ihre Lohnansprüche und Rechte.
Vorteile für Arbeitgeber
- Vermeidung von Bußgeldern und Nachzahlungen durch Einhaltung gesetzlicher Vorgaben
- Förderung eines harmonischen Arbeitsumfelds durch faire Behandlung aller Mitarbeiter
- Verbesserung der Arbeitgebermarke durch transparenten und fairen Umgang
- Klare Kalkulation der Personalkosten durch nachvollziehbare Lohnstrukturen
- Stärkung der Zusammenarbeit mit Zeitarbeitsfirmen durch klare Absprachen
Typische Fehler bei Equal Pay in der Zeitarbeit
- Unklare Tätigkeitsvergleiche: Die Aufgaben der Zeitarbeitnehmer werden nicht genau mit denen der Stammmitarbeiter abgeglichen.
- Ignorieren der Dreimonatsfrist: Equal Pay wird bereits ab Tag 1 erwartet, obwohl das Gesetz eine Frist von 9 Monaten vorsieht (mit Ausnahmen).
- Fehlende Dokumentation: Lohnvergleiche und Vereinbarungen werden nicht schriftlich festgehalten.
- Unvollständige Lohnbestandteile: Zulagen oder Zuschläge werden in der Berechnung nicht berücksichtigt.
- Keine Information an Zeitarbeitnehmer: Die Mitarbeiter wissen nicht, welche Rechte sie haben und fühlen sich benachteiligt.
Quick-Tipps für die Umsetzung von Equal Pay in der Zeitarbeit
- Erstelle eine genaue Übersicht der Tätigkeiten und Löhne im Entleihbetrieb.
- Berücksichtige alle regelmäßigen Lohnbestandteile, inklusive Zuschläge.
- Behalte die Einsatzdauer der Zeitarbeitnehmer im Blick – ab 9 Monaten gilt Equal Pay verbindlich.
- Dokumentiere alle Vergleiche und Vereinbarungen schriftlich.
- Informiere deine Leiharbeitnehmer transparent über ihre Rechte und Bezahlung.
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