Cost-per-Interview — Definition und Praxis für Arbeitgeber
Praxisnaher Leitfaden für HR-Verantwortliche und Personalentscheider.

Welche Unternehmen uns vertrauen
























Definition
Die Cost-per-Interview gibt an, wie viel Geld ein Unternehmen durchschnittlich für ein Vorstellungsgespräch ausgibt. Das umfasst alle direkten und indirekten Kosten, die im Rahmen der Interview-Phase im Recruiting anfallen – von der Vorbereitung über die Durchführung bis hin zur Nachbereitung.
Mit anderen Worten: Es ist eine wichtige Kennzahl, um die Effizienz deiner Personalbeschaffung zu beurteilen und Budgets besser zu steuern.
Warum ist das wichtig für Arbeitgeber?
Rekrutierung kostet Zeit und Geld – daher sollten Arbeitgeber genau wissen, wie viel ein Interview wirklich kostet. Die Cost-per-Interview hilft dir dabei:
- Die Gesamtkosten deines Recruiting-Prozesses transparent zu machen.
- Recruiting-Kanäle und -Methoden zu vergleichen und zu optimieren.
- Frühzeitig Schwachstellen zu erkennen, z. B. wenn zu viele Interviews geführt werden ohne Einstellung.
- Budgetentscheidungen fundierter zu treffen und Ressourcen effizient einzusetzen.
So verhinderst du, dass Recruiting zur Kostenfalle wird und kannst deinen Einstellungsprozess schlanker gestalten.
So funktioniert es in der Praxis
- Kosten erfassen: Sammle alle Kosten, die in der Interviewphase anfallen. Dazu gehören zum Beispiel Personalkosten für Interviewer (Stundenlohn × Zeitaufwand), Raummiete, Technik, ggf. Reisekosten sowie Ausgaben für Recruiting-Tools.
- Interviewzahl erfassen: Zähle alle geführten Vorstellungsgespräche im definierten Zeitraum.
- Berechnung: Teile die Gesamtkosten durch die Anzahl der Interviews. Beispiel: 5.000 € Gesamtkosten / 50 Interviews = 100 € Cost-per-Interview.
- Analyse & Optimierung: Vergleiche die Werte über verschiedene Stellen, Abteilungen oder Recruiting-Kanäle und leite Verbesserungen ab.
Vorteile für Arbeitgeber
Transparenz
Klarer Einblick in die Kostenstruktur des Einstellungsprozesses.
Effizienzsteigerung
Du erkennst, wo du Zeit und Geld einsparen kannst.
Bessere Entscheidungen
Investiere gezielt in erfolgreiche Recruiting-Kanäle und senke Streuverluste.
Zielgerichtete Kommunikation
Verhandle besser mit Dienstleistern und Recruiting-Agenturen auf Basis nachvollziehbarer Kennzahlen.
Typische Fehler, die Unternehmen machen
Nur direkte Kosten zählen
Viele vergessen indirekte Kosten wie die Arbeitszeit von Führungskräften oder die Zeit für Kommunikation und Organisation.
Unklare Abgrenzung der Interviewphase
Kosten aus anderen Phasen (z. B. Bewerbermanagement, Onboarding) werden fälschlich einbezogen oder ausgeschlossen.
Keine regelmäßige Aktualisierung
Die Cost-per-Interview wird oft nur einmal ermittelt, statt kontinuierlich zu monitoren und zu optimieren.
Keine Kontextanalyse
Ein hoher Wert wird nicht hinterfragt – manchmal lohnen sich höhere Kosten bei besseren Kandidatenqualitäten.
Quick-Tipps für deinen Umgang mit der Cost-per-Interview
- Erfasse alle Kosten – auch indirekte wie die Zeit der Interviewer.
- Definiere klar, welche Gespräche du zählst (z. B. nur persönliche Interviews, keine Telefon-Screenings).
- Vergleiche die Kosten kanalübergreifend, um ineffiziente Recruitingwege zu erkennen.
- Nutze die Kennzahl, um mit Führungskräften und Dienstleistern über Budgets zu sprechen.
- Setze die Cost-per-Interview in Relation zu weiteren Kennzahlen wie Cost-per-Hire oder Time-to-Hire.
Verwandte Begriffe
- Cost-per-Hire
- Time-to-Hire
- Applicant Tracking System (ATS)
- Bewerbermanagement
- Qualitative Bewerberauswahl
Hinweis: Dies ist keine Rechtsberatung. Konsultiere im Zweifelsfall einen Fachanwalt oder Recruiting-Experten.
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