BEM-Pflicht PA — Definition und Praxis für Arbeitgeber
Praxisnaher Leitfaden für HR-Verantwortliche und Personalentscheider.

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Definition
BEM-Pflicht PA steht für die Pflicht des Arbeitgebers, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) durchzuführen. Diese Pflicht entsteht, wenn ein Mitarbeiter innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig ist. Ziel des BEM ist es, die Arbeitsfähigkeit des Mitarbeiters wiederherzustellen und erneuten Fehlzeiten vorzubeugen.
Warum ist die BEM-Pflicht PA wichtig für Arbeitgeber?
Als Arbeitgeber bist du verpflichtet, deinen Mitarbeitern bei längeren Krankheitszeiten Unterstützung anzubieten. Das BEM wirkt dem Risiko entgegen, dass Mitarbeiter dauerhaft ausfallen oder kündigen müssen. Außerdem hilft das BEM, individuelle Lösungen zu finden – etwa durch Anpassungen am Arbeitsplatz oder flexible Arbeitszeiten. So kannst du Ausfallkosten senken und gleichzeitig deine Fürsorgepflicht erfüllen. Außerdem reduziert ein gut durchgeführtes BEM potenzielle Konflikte mit dem Betriebsrat oder dem Mitarbeiter.
So funktioniert die BEM-Pflicht PA in der Praxis
- Ermittlung des BEM-Bedarfs: Du prüfst, ob ein Mitarbeiter innerhalb von 12 Monaten insgesamt mehr als sechs Wochen krank war.
- Kontaktaufnahme: Du bietest dem Mitarbeiter das BEM schriftlich an – freiwillig für ihn, aber klar kommuniziert.
- Gesprächsführung: Gemeinsam mit dem Mitarbeiter (ggf. Betriebsrat oder Vertrauensperson) klärst du, wie die Rückkehr erleichtert werden kann.
- Maßnahmen planen: Je nach Situation können z.B. Arbeitszeitreduzierung, technische Hilfsmittel oder Arbeitsplatzanpassungen besprochen werden.
- Dokumentation: Alle Vereinbarungen hältst du vertraulich schriftlich fest.
Vorteile der BEM-Pflicht PA für Arbeitgeber
- Reduzierung von Fehlzeiten: Frühzeitige Unterstützung hilft, Arbeitsausfälle zu verkürzen.
- Vermeidung von Kündigungen: Individuelle Lösungen können den Arbeitsplatz erhalten.
- Erfüllung gesetzlicher Pflichten: Du schadest deinem Unternehmen nicht durch rechtliche Risiken.
- Signalwirkung: Mitarbeiter spüren, dass du ihre Gesundheit ernst nimmst – das stärkt die Bindung.
- Gute Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat: Transparenz und Offenheit beugen Konflikten vor.
Typische Fehler bei der Umsetzung der BEM-Pflicht PA
- Keine oder verspätete Kontaktaufnahme: Wenn du das BEM zu spät oder gar nicht anbietest, riskierst du rechtliche Probleme.
- Unklare Kommunikation: Mitarbeiter müssen verstehen, dass das BEM freiwillig und vertraulich ist.
- Fehlende Dokumentation: Wichtige Vereinbarungen solltest du schriftlich festhalten, um Missverständnisse zu vermeiden.
- Zu wenig Individualität: Ein „One-size-fits-all“-Ansatz funktioniert nicht – jedes BEM sollte auf den Mitarbeiter zugeschnitten sein.
- Verwechslung mit Kündigungsschutzmaßnahmen: BEM darf nicht als Druckmittel benutzt werden.
Quick-Tipps für die BEM-Pflicht PA
- Beobachte Krankheitszeiten kontinuierlich, um den BEM-Bedarf früh zu erkennen.
- Biete das BEM schriftlich und freundlich an – mach klar, dass es freiwillig ist.
- Führe das BEM-Gespräch offen und empathisch, mit Fokus auf Lösungen.
- Dokumentiere alle Schritte vertraulich und gesichert.
- Beziehe bei Bedarf den Betriebsrat frühzeitig mit ein.
Verwandte Begriffe
- Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
- Arbeitsunfähigkeit
- Krankheitsbedingte Kündigung
- Betriebsrat
- Arbeitsschutz
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