Lexikon-ArtikelCompensation & Benefits
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Außertarifliche Vergütung

TM

TalentMatch24 Redaktion

Stand: März 2026

Außertarifliche Vergütung

Definition

Die außertarifliche Vergütung ist eine Bezahlung, die über das Gehalt hinausgeht, das in einem Tarifvertrag für eine bestimmte Tätigkeit oder Branche festgelegt ist. Sie wird individuell oder für bestimmte Mitarbeitergruppen vereinbart und berücksichtigt besondere Leistungen, Qualifikationen oder Führungsaufgaben.

Warum ist die außertarifliche Vergütung für Arbeitgeber wichtig?

Tarifverträge setzen oft einen Gehaltsrahmen, der für viele Positionen verbindlich ist. Allerdings sind nicht alle Mitarbeiter und Aufgaben mit standardisierten Gehältern abgedeckt. Außertarifliche Vergütung bietet dir als Arbeitgeber die Flexibilität, besondere Leistungen anzuerkennen und Schlüsselkräfte gezielt zu binden. Gerade im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte ist das ein entscheidender Vorteil. Außerdem lässt sich so die Entlohnung besser an individuelle Verantwortung oder Qualifikation anpassen, ohne den Tarifvertrag zu verletzen.

So funktioniert die außertarifliche Vergütung in der Praxis

In der Praxis wird die außertarifliche Vergütung meist in Form von Gehaltsaufschlägen, Einmalzahlungen oder Sonderprämien zusätzlich zum tariflichen Grundgehalt gewährt. Das kann etwa bei Führungskräften, Spezialisten oder Mitarbeitern mit besonderen Aufgaben der Fall sein. Wichtig ist, dass die Vereinbarung schriftlich fixiert wird, um spätere Missverständnisse zu vermeiden.

Hier ein Beispiel: Ein Unternehmen zahlt einer erfahrenen Führungskraft ein Gehalt, das deutlich über dem tariflich vereinbarten Rahmen für vergleichbare Positionen liegt. Die Differenz ist die außertarifliche Vergütung.

Beachte: Außertarifliche Vergütung ist kein Ersatz für tarifliche Mindeststandards, sondern eine Ergänzung.

Vorteile für Arbeitgeber

  • Flexibilität bei der Gehaltsgestaltung: Du kannst individuelle Leistungen und Verantwortungen gezielt honorieren.
  • Fachkräftebindung: Attraktive Zusatzvergütungen helfen, Talente im Unternehmen zu halten.
  • Wettbewerbsvorteil: Du kannst dich am Arbeitsmarkt besser positionieren und qualifizierte Mitarbeiter gewinnen.
  • Motivation: Anerkennung über das Tarifgehalt hinaus steigert die Mitarbeitermotivation.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

  • Unklare Kommunikation: Wenn die außertarifliche Vergütung nicht klar geregelt ist, kann das zu Unzufriedenheit und Missverständnissen führen.
  • Ungleichbehandlung: Ungerechtfertigte oder willkürliche Unterschiede bei außertariflichen Zahlungen können das Betriebsklima belasten.
  • Verwechselung mit tariflichen Leistungen: Außertarifliche Zahlungen dürfen nicht als Ersatz für tarifliche Mindeststandards dienen.
  • Fehlende Dokumentation: Mündliche Absprachen sind riskant – immer schriftlich vereinbaren.
  • Rechtliche Grenzen ignorieren: Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen müssen beachtet werden, um Konflikte zu vermeiden.

Quick-Tipps für die Einführung außertariflicher Vergütung

  1. Klare Kriterien definieren: Wer bekommt welche außertarifliche Vergütung und warum?
  2. Schriftliche Vereinbarungen treffen und transparent kommunizieren.
  3. Gleichbehandlung sicherstellen, um Konflikte zu vermeiden.
  4. Regelmäßig überprüfen, ob die Vergütung noch marktgerecht und leistungsgerecht ist.
  5. Tarifliche Rahmenbedingungen und Betriebsvereinbarungen beachten.

Verwandte Begriffe

Hinweis: Dies ist keine Rechtsberatung. Konsultiere im Zweifelsfall einen Fachanwalt, um die Details der außertariflichen Vergütung in deinem Unternehmen rechtssicher zu gestalten.

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