Advice Process
Praxisnaher Leitfaden für HR-Verantwortliche und Personalentscheider.

Welche Unternehmen uns vertrauen
























Definition: Der Advice Process ist eine Entscheidungsstrategie, bei der eine Person vor einer wichtigen Entscheidung aktiv Rat von relevanten Kolleginnen und Kollegen einholt.
Warum ist der Advice Process für Arbeitgeber wichtig?
Im Arbeitsalltag stehen Führungskräfte und Mitarbeitende immer wieder vor komplexen Entscheidungen, die verschiedene Fachbereiche betreffen. Der Advice Process hilft dabei, Entscheidungen nicht im stillen Kämmerlein zu treffen, sondern gezielt die richtigen Meinungen einzuholen. So vermeidest du teure Fehlentscheidungen und erhöhst die Akzeptanz im Team.
Für dich als Arbeitgeber oder Führungskraft bedeutet das: Du nutzt die kollektive Intelligenz deines Teams, ohne Entscheidungsprozesse unnötig zu verlangsamen. Außerdem fördert der Advice Process eine offene Kommunikationskultur, in der Wissen geteilt und wertgeschätzt wird – ein wichtiger Bestandteil moderner New-Work-Modelle.
So funktioniert der Advice Process in der Praxis
- Entscheidung identifizieren: Du stehst vor einer Entscheidung, bei der du nicht alle Antworten alleine hast.
- Relevante Personen bestimmen: Überlege, wer im Team oder Netzwerk wertvolle Informationen oder Perspektiven zur Entscheidung beitragen kann.
- Aktiv Rat einholen: Sprich die Personen direkt an, bitte um ihre Einschätzung und kläre offene Fragen. Nutze dafür Gespräche, E-Mails oder digitale Tools.
- Eigenverantwortlich entscheiden: Nachdem du alle Ratschläge gesammelt hast, wägt du die Argumente ab und triffst die finale Entscheidung.
- Ergebnis kommunizieren: Informiere alle Beteiligten über die Entscheidung und die Gründe dafür, um Transparenz zu schaffen.
Vorteile für dich als Arbeitgeber
- Schnellere Entscheidungen: Du musst nicht auf langwierige Meetings oder Abstimmungen warten.
- Bessere Qualität der Entscheidungen: Durch das Einholen unterschiedlicher Perspektiven vermeidest du blinde Flecken.
- Klare Verantwortlichkeit: Die finale Entscheidung liegt bei einer Person, was Verantwortungsdiffusion verhindert.
- Mehr Team-Einbindung: Kolleginnen und Kollegen fühlen sich wertgeschätzt und eingebunden, ohne Entscheidungsgewalt zu verlieren.
- Förderung einer offenen Kommunikationskultur: Der Prozess schafft Vertrauen und Transparenz.
Typische Fehler beim Advice Process
- Zu wenige oder die falschen Personen einbeziehen: Wenn du nur „Ja-Sager“ fragst oder wichtige Experten außen vor lässt, bringt das wenig.
- Advice Process mit Abstimmung verwechseln: Manche erwarten, dass alle zustimmen müssen – das führt zu Verzögerungen und Frust.
- Keine klare Entscheidung treffen: Der Prozess endet oft im „Vielleicht“ oder „Wir müssen noch mehr reden“ statt in einer klaren Entscheidung.
- Unklare Kommunikation: Wenn du nicht erklärst, wie die Ratschläge gewichtet wurden, entsteht Misstrauen.
- Ratschläge nur formal einholen: Advice bedeutet mehr als „Haben Sie noch was hinzuzufügen?“ – du solltest wirklich zuhören und hinterfragen.
Quick-Tipps: So nutzt du den Advice Process erfolgreich
- Definiere klar, welche Entscheidung ansteht und welche Infos du brauchst.
- Wähle gezielt Kolleginnen und Kollegen aus, die relevante Expertise haben.
- Formuliere deine Fragen konkret und gib einen Rahmen für die Antworten vor.
- Triff die Entscheidung selbst und kommuniziere transparent, wie du zu deinem Ergebnis gekommen bist.
- Nutze digitale Tools (z. B. Chat, Kollaborationsplattformen), um den Prozess zu organisieren und dokumentieren.
Verwandte Begriffe
Dies ist keine Rechtsberatung. Konsultiere im Zweifelsfall einen Fachanwalt.
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