Fachkräfteeinwanderungsgesetz — was Arbeitgeber wissen müssen
Praxisnaher Ratgeber für HR-Profis — von der Redaktion von TalentMatch24.

Welche Unternehmen uns vertrauen
























Einleitung
Der Fachkräftemangel bremst viele Unternehmen in Deutschland aus – offene Stellen bleiben monatelang unbesetzt, Projekte verzögern sich, und die Wettbewerbsfähigkeit leidet. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG), das im März 2020 in Kraft trat, bietet Arbeitgebern neue Chancen, qualifizierte Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten gezielt und rechtssicher einzustellen. Doch das Gesetz bringt auch Verpflichtungen und Prozesse mit sich, die du als Arbeitgeber kennen und managen musst. In diesem Ratgeber erklären wir, was das Fachkräfteeinwanderungsgesetz für dich konkret bedeutet, wie du das Verfahren Schritt für Schritt angehst und welche Fehler du vermeiden solltest.
Kontext: Warum das Fachkräfteeinwanderungsgesetz relevant ist
Vor dem Gesetz war die Einwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten stark reglementiert und meist auf Akademiker beschränkt. Viele Unternehmen berichteten von langwierigen Visa-Prozessen und einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, vor allem in handwerklichen und technischen Berufen. Das FEG hat den Anspruch, diese Hürden abzubauen, indem es:
- auch Fachkräften mit beruflicher Qualifikation (ohne Hochschulabschluss) die Einreise erleichtert
- Verfahren zur Qualifikationsanerkennung beschleunigt
- klare Regeln für die Beschäftigung und den Aufenthalt aufstellt
- die Einwanderung auch für Ausbildungszwecke und zur Arbeitsplatzsuche in Deutschland erweitert
Dies ist besonders relevant, da der Fachkräftemangel in Deutschland laut verschiedenen Branchenverbänden in vielen Bereichen als kritisch gilt. Das Gesetz schafft die rechtlichen Grundlagen, um gezielt internationale Talente zu gewinnen und so den Personalbedarf zu decken. Für dich als Arbeitgeber heißt das: Wenn du den Prozess verstehst und aktiv managst, kannst du deine Chancen auf passende Fachkräfte deutlich erhöhen.
Schritt-für-Schritt Anleitung für Arbeitgeber
- Bedarfsanalyse und Anforderungsprofil erstellen
Definiere klar, für welche Positionen du Fachkräfte aus dem Ausland rekrutieren möchtest. Entscheide, welche Qualifikationen, Sprachkenntnisse und beruflichen Erfahrungen erforderlich sind. - Prüfung der Qualifikation
Prüfe, ob die berufliche Qualifikation des Kandidaten anerkannt wird. Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse erfolgt über zentrale Stellen, z. B. die ZAB (Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen). - Arbeitsvertrag und Gehaltsangebot vorbereiten
Stelle sicher, dass der Arbeitsvertrag den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Das Gehalt muss mindestens der ortsüblichen Vergütung entsprechen, um eine Blue Card oder eine Aufenthaltserlaubnis zu ermöglichen. - Beantragung von Visa und Aufenthaltstiteln unterstützen
Der Fachkraft wird für die Einreise in der Regel ein Visum erteilt. Du solltest den Bewerber bei der Beantragung unterstützen und die notwendigen Nachweise zum Arbeitsplatz, Qualifikation und Vertrag bereitstellen. - Kommunikation mit der Ausländerbehörde
Nach der Einreise muss der Arbeitnehmer eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Halte Kontakt zur zuständigen Ausländerbehörde, um Prozesse zu beschleunigen und Unklarheiten zu klären. - Integration und Onboarding
Plane Maßnahmen zur Integration: Sprachförderung, kulturelle Orientierung und betriebliche Einarbeitung sind entscheidend für den langfristigen Erfolg. - Dokumentation und Compliance sicherstellen
Bewahre alle relevanten Dokumente sorgfältig auf (Arbeitsvertrag, Anerkennungsbescheide, Visa, Aufenthaltstitel). Beachte arbeits- und sozialrechtliche Vorgaben.
Praxisbeispiele aus der Unternehmenswelt
Beispiel 1: Mittelständischer Maschinenbauer sucht Techniker
Ein Maschinenbauunternehmen in Baden-Württemberg sucht dringend erfahrene CNC-Techniker. Die Suche in Deutschland war erfolglos, daher entschied sich die Personalabteilung, gezielt Fachkräfte aus Serbien anzuwerben. Nach einer Bedarfsanalyse wurde ein Stellenangebot erstellt, das die Anforderungen klar definierte. Der Bewerber konnte seine Qualifikation über die ZAB anerkennen lassen. Der Arbeitgeber unterstützte ihn bei der Visumsbeantragung, stellte einen rechtsgültigen Arbeitsvertrag mit marktgerechtem Gehalt aus und begleitete ihn bei der Anmeldung in Deutschland. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase konnte der Techniker voll einsatzfähig werden.
Beispiel 2: Einzelhandelsunternehmen stellt IT-Fachkraft ein
Ein Einzelhändler in Köln wollte seine IT-Abteilung verstärken und konnte im Inland keinen passenden Kandidaten finden. Die HR-Abteilung nutzte das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, um einen Softwareentwickler aus Indien einzustellen. Der Bewerber hatte einen anerkannten Hochschulabschluss und ein konkretes Jobangebot. Das Unternehmen stellte alle erforderlichen Dokumente für die Ausländerbehörde bereit, koordinierte die Visa-Antragsstellung und organisierte vor Ort Deutschkurse. Die Einstellung verlief erfolgreich, auch weil das Unternehmen frühzeitig mit Integrationsmaßnahmen begann.
Checkliste: Das solltest du beim Fachkräfteeinwanderungsgesetz beachten
- Kläre vorab den genauen Qualifikationsbedarf und prüfe, ob die Position unter das FEG fällt
- Informiere dich über die Anerkennung ausländischer Abschlüsse (Mehr dazu)
- Erstelle einen rechtskonformen Arbeitsvertrag mit marktgerechtem Gehalt
- Unterstütze deine Fachkraft bei der Visumsbeantragung und der Kommunikation mit Behörden
- Plane Integration und Einarbeitung, auch Sprachförderung
- Dokumentiere alle Prozesse sorgfältig zur Einhaltung der Compliance
- Berücksichtige die längeren Bearbeitungszeiten bei ausländischen Behörden in der Zeitplanung
Häufige Fehler, die du vermeiden solltest
- Unzureichende Prüfung der Qualifikation: Nicht alle ausländischen Abschlüsse sind anerkannt. Fehlt die Anerkennung, kann die Beschäftigung rechtlich problematisch werden.
- Fehlende Unterstützung bei Visums- und Aufenthaltserlaubnisverfahren: Ohne aktive Begleitung und Bereitstellung der nötigen Unterlagen verzögert sich die Einreise unnötig.
- Unrealistische Gehaltsangebote: Das Gehalt muss marktüblich sein. Sonst droht eine Ablehnung beim Visumsverfahren.
- Keine Vorbereitung auf Integration: Ohne Sprachkurse und kulturelle Orientierung entstehen Kommunikationsprobleme und hohe Fluktuation.
- Fehlende Dokumentation: Arbeitgeber müssen Nachweise bereithalten, um bei Kontrollen oder Nachfragen der Behörden handlungsfähig zu sein.
FAQ: Die wichtigsten Fragen zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz
Fazit und Handlungsempfehlung
Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist ein entscheidendes Instrument, um dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken und qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten zu gewinnen. Für dich als Arbeitgeber bedeutet das: Je besser du die gesetzlichen Anforderungen kennst und den Prozess aktiv begleitest, desto schneller und reibungsloser findest du die passenden Talente. Achte auf eine sorgfältige Planung von Beginn an – von der Qualifikationsprüfung über den Arbeitsvertrag bis zur Integration im Betrieb. Vermeide typische Fehler und nutze die Chancen des Gesetzes, um dein Team nachhaltig zu stärken.
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