Quereinsteiger-Ratgeber
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Quereinsteiger als Lohnbuchhalter/in einstellen — so gelingt der Einstieg

TM

TalentMatch24 Redaktion

Stand: März 2026

Quereinsteiger als Lohnbuchhalter/in einstellen — so gelingt der Einstieg

Die durchschnittliche Time-to-Fill für Lohnbuchhalterstellen liegt in Deutschland bei rund 67 Tagen. Für viele Unternehmen bedeutet das eine lange Phase mit Mehrkosten durch Überstunden, Verzögerungen bei der Gehaltsabrechnung und erhöhtem Risiko von Fehlern. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels wird es immer schwieriger, erfahrene Lohnbuchhalterinnen und Lohnbuchhalter zu finden.

Die gute Nachricht: Quereinsteiger sind eine realistische Option, um diese Vakanz zu schließen — wenn du bereit bist, in Einarbeitung und Förderung zu investieren. In diesem Ratgeber erfährst du, wie das funktioniert, was du an Kosten einkalkulieren solltest und welche Fördermöglichkeiten es gibt.

Warum Quereinsteiger als Lohnbuchhalter/in einstellen?

Die Lohnbuchhaltung ist ein hochspezialisierter Bereich, der durch komplexe gesetzliche Vorgaben geprägt ist. Dennoch zeigen viele Arbeitgeber, dass ein Quereinstieg möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, wenn klassische Fachkräfte nicht verfügbar sind.

  • Fachkräftemangel: Lohnbuchhaltung ist eine Nische mit Fachkräftemangel. Viele Bewerber fehlen oder sind überteuert.
  • Demografischer Wandel: Ältere Fachkräfte gehen in Rente, Nachwuchs fehlt.
  • Wirtschaftliche Gründe: Quereinsteiger sind oft günstiger, wenn man die Gesamtkosten betrachtet.
  • Neue Wege: Digitale Tools und automatisierte Prozesse machen den Einstieg für motivierte Quereinsteiger leichter.

Welche Fähigkeiten bringen Quereinsteiger mit?

Quereinsteiger in der Lohnbuchhaltung kommen häufig aus kaufmännischen Bereichen wie Assistenz, Sachbearbeitung oder Personalwesen. Ihre Stärken liegen oft in:

  • Grundverständnis für Büroorganisation und Zahlen
  • Erfahrung mit MS Office und teilweise Buchhaltungssoftware
  • Hohe Motivation, sich neues Wissen anzueignen
  • Strukturierte und sorgfältige Arbeitsweise
  • Kommunikationsfähigkeit für den Kontakt mit Mitarbeitern und Behörden

Diese sogenannten transferable skills erleichtern den Einstieg. Allerdings fehlt es Quereinsteigern meist an spezialisiertem Wissen zu Lohnsteuer, Sozialversicherung, Tarifverträgen und gesetzlichen Fristen.

Was fehlt und wie lange dauert die Einarbeitung?

Die Einarbeitungszeit hängt vom Vorwissen, der Komplexität der Aufgaben und der Unterstützung im Betrieb ab. Realistisch sind:

Phase Inhalte Dauer
Grundlagen der Lohnabrechnung Gesetzliche Grundlagen, Sozialversicherung, Steuerrecht 4–6 Wochen
Praxisorientierte Anwendung Software-Einarbeitung, Fallbeispiele, Meldeverfahren 6–8 Wochen
Selbstständige Bearbeitung unter Aufsicht Bearbeitung realer Abrechnungen, Fehlerkontrolle weitere 6–8 Wochen

Insgesamt solltest du mit 3 bis 4 Monaten rechnen, bis ein Quereinsteiger die Rolle weitgehend eigenständig ausfüllen kann. Geduld und regelmäßige Feedbackgespräche sind dabei entscheidend.

"Eine unbesetzte Stelle kostet dich jeden Monat ein halbes Gehalt — durch Überstunden, Umsatzverlust und Teamfrust. Die Frage ist nicht, ob du dir Recruiting leisten kannst, sondern ob du es dir leisten kannst, es nicht zu tun." — Benjamin Gomes, Gründer von TalentMatch24

Gesamtkosten und Budgetplanung für Quereinsteiger

Wenn du Quereinsteiger als Lohnbuchhalter/in einstellen möchtest, solltest du die Gesamtkosten realistisch einschätzen. Neben dem Bruttogehalt fallen folgende Posten an:

  • Bruttogehalt: Für Quereinsteiger liegt das Einstiegsgehalt meist zwischen 2.200 € und 2.800 € brutto monatlich, je nach Region und Unternehmensgröße.
  • Sozialabgaben und Lohnnebenkosten: Ca. 20–25 % des Bruttogehalts (Arbeitgeberanteil).
  • Einarbeitungskosten: Zeit von erfahrenen Kollegen, Schulungen, externe Kurse (geschätzt ca. 2.000–4.000 € über 3 Monate).
  • Cost-of-Vacancy: Die Kosten, die durch die unbesetzte Stelle entstehen, z.B. Überstunden oder Produktivitätseinbußen (bis zu 5.000 € pro Monat).

Eine Beispielrechnung für 3 Monate Einarbeitung:

Kostenfaktor Monat 3 Monate insgesamt
Bruttogehalt (2.500 €) 2.500 € 7.500 €
Sozialabgaben (25%) 625 € 1.875 €
Einarbeitung (Schulungen, Zeit) 3.000 €
Cost-of-Vacancy (geschätzt) 4.000 € 12.000 €
Gesamt 24.375 €

Zum Vergleich: Eine längere Vakanz oder die Suche nach einer Fachkraft per Personalvermittlung kann deutlich teurer und zeitaufwändiger sein.

Fördermöglichkeiten für die Einstellung von Quereinsteigern

Um die Kosten zu senken und die Einarbeitung zu erleichtern, kannst du verschiedene staatliche Förderungen nutzen:

  • Bildungsgutschein: Von der Agentur für Arbeit, ermöglicht die Finanzierung von Weiterbildungen.
  • Eingliederungszuschuss: Zuschüsse zu den Lohnkosten für bis zu 12 Monate.
  • Qualifizierungschancengesetz: Förderung von Weiterbildungen und Umschulungen im Betrieb.
  • Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS): Finanzierung von Coachings und Trainings vor der Einstellung.

Kontaktiere am besten deine lokale Agentur für Arbeit, um die passende Förderung zu klären.

Tipps für die Stellenanzeige: Quereinsteiger als Lohnbuchhalter/in willkommen heißen

Damit deine Anzeige auch Quereinsteiger anspricht, solltest du folgende Punkte beachten:

  • Schreibe klar, dass auch Bewerber ohne klassische Ausbildung willkommen sind („Quereinsteiger willkommen“ oder „Einarbeitung und Weiterbildung werden angeboten“).
  • Betone die Unterstützung durch Schulungen und Mentoring.
  • Nutze unsere Quereinsteiger-freundliche Stellenanzeige Vorlage als Vorlage.
  • Hebe hervor, dass Interesse an Zahlen und Genauigkeit wichtiger ist als formale Abschlüsse.
  • Vermeide zu hohe Anforderungen an Vorwissen, die Quereinsteiger abschrecken.

Typische Herkunftsberufe von Quereinsteigern

Viele Quereinsteiger als Lohnbuchhalter/in kommen aus diesen Bereichen:

  • Kaufmännische Assistenz und Sachbearbeitung
  • Personalwesen oder HR-Administration
  • Controlling oder Rechnungswesen ohne Fokus auf Löhne
  • Banken oder Versicherungen mit administrativen Aufgaben
  • Auch Quereinsteiger aus der Hotel- oder Gastronomiebranche mit kaufmännischem Hintergrund sind möglich

Diese Bewerber bringen meist ein gutes Zahlenverständnis mit und sind mit Büroprozessen vertraut, was den Einstieg erleichtert.

Fazit

Quereinsteiger als Lohnbuchhalter/in einzustellen ist eine pragmatische Antwort auf den Fachkräftemangel. Die Einarbeitungszeit von ca. 3 bis 4 Monaten erfordert Planung und Geduld, spart aber langfristig Kosten und sichert die Kontinuität deiner Abrechnung. Nutze Fördermöglichkeiten, um die Investition zu optimieren, und gestalte deine Stellenanzeige offen und einladend.

Mehr zum Thema Vergütung erfährst du hier: Lohnbuchhalter/in Gehalt — was du Quereinsteigern zahlen solltest.

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FAQ zum Thema Quereinsteiger als Lohnbuchhalter/in einstellen

Wie lange dauert die Einarbeitung eines Quereinsteigers in der Lohnbuchhaltung?

Die Einarbeitung dauert in der Regel 3 bis 4 Monate, inklusive Schulungen und Praxisanwendung.

Welche Förderungen kann ich für die Einstellung von Quereinsteigern nutzen?

Bildungsgutschein, Eingliederungszuschuss, Qualifizierungschancengesetz und AVGS sind die wichtigsten Fördermöglichkeiten.

Kann ich Quereinsteiger auch als Minijobber einstellen?

Ja, das ist eine gute Möglichkeit, Quereinsteiger zunächst zu testen. Bei TalentMatch24 starten Minijob-Angebote ab 29€.

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