Quereinsteiger als Elektriker/in einstellen — ein pragmatischer Ratgeber für Arbeitgeber
TalentMatch24 Redaktion
Stand: März 2026
Quereinsteiger als Elektriker/in einstellen — ein pragmatischer Ratgeber für Arbeitgeber
Montag früh, dein/e Elektriker/in hat gekündigt. Ab morgen klafft eine Lücke im Team. Die Stelle ist seit Wochen offen, das verbleibende Team arbeitet Überstunden. Drei Bewerbungen in vier Wochen – keine davon passt. Für dich als kaufmännische Leitung heißt das: Es drohen Kosten durch Ausfall, Überstunden und Risiken bei der Auftragsabwicklung. Gleichzeitig sind die Fachkräfte knapp und teuer.
Warum Quereinsteiger als Elektriker/in einstellen?
Der Fachkräftemangel im Elektrohandwerk ist Realität. Die Zahl der ausgebildeten Elektriker/innen reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Flexibilität und Schnelligkeit. Quereinsteiger sind daher eine interessante Option:
- Fachkräftemangel & demografischer Wandel: Weniger Bewerber mit abgeschlossener Ausbildung, mehr offene Stellen.
- Budgetrestriktionen: Voll ausgebildete Elektriker/innen sind knapp und teuer, Quereinsteiger können günstiger eingearbeitet werden.
- Neue Wege: Mit gezielter Einarbeitung und Förderung lassen sich motivierte Quereinsteiger zu verlässlichen Kräften entwickeln.
Welche Fähigkeiten bringen Quereinsteiger mit?
Quereinsteiger kommen oft aus handwerklichen oder technischen Berufen, z. B. als Heizungsbauer, Installateure, oder aus der Elektrotechnik-Vorbildung ohne Abschluss. Sie bringen mit:
- Technisches Grundverständnis: Viele haben Vorerfahrung mit Werkzeugen, Schaltplänen oder technischen Abläufen.
- Motivation und Lernbereitschaft: Der Wunsch, sich neu zu orientieren, ist meist hoch.
- Transferable Skills: Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und Sicherheitsbewusstsein.
Diese Fähigkeiten bilden eine solide Basis – allerdings fehlt das spezifische Fachwissen und die sichere Anwendung der elektrotechnischen Normen.
Was fehlt und wie lange dauert die Einarbeitung?
Die Einarbeitung von Quereinsteigern als Elektriker/in ist investitionsintensiv:
| Fehlende Kenntnisse | Beschreibung | Empfohlene Einarbeitungszeit |
|---|---|---|
| Fachwissen Elektrotechnik | Normen, Schaltpläne, Sicherheitsvorschriften | 3–6 Monate (theoretisch & praktisch) |
| Praktische Fertigkeiten | Montage, Verkabelung, Fehlersuche | 6–12 Monate, je nach Talent |
| Zertifikate & Prüfungen | Nachweis von Sicherheitsunterweisungen, ggf. Nachqualifikation | Variabel, parallel zur Arbeit |
Realistisch solltest du von einer Einarbeitungszeit von mindestens 6 Monaten ausgehen, bis ein Quereinsteiger eigenständig und sicher arbeiten kann. Die Kosten für Mentor*innen, Schulungen und geringere Produktivität während der Einarbeitung musst du einkalkulieren.
"Quereinsteiger sind kein Kompromiss. Wer die richtige Einstellung mitbringt, lernt den Rest schneller, als du denkst. Du musst nur bereit sein, in die Einarbeitung zu investieren." — Yamina Siracusa, HR-Spezialistin bei TalentMatch24
Fördermöglichkeiten für die Einstellung von Quereinsteigern
Um die Investition in Quereinsteiger wirtschaftlich zu gestalten, kannst du auf verschiedene Förderungen zurückgreifen:
- Bildungsgutschein: Die Agentur für Arbeit unterstützt die Weiterbildung von Quereinsteigern mit Bildungsgutscheinen.
- Eingliederungszuschuss: Zuschüsse zu den Lohnkosten für bis zu 12 Monate, wenn der Quereinsteiger aus einer schwierigen Arbeitsmarktposition kommt.
- Qualifizierungschancengesetz: Fördermittel für Weiterbildungen und Umschulungen auch bei älteren Beschäftigten.
- AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein): Finanzierung von Coachings und Qualifizierungen für Arbeitssuchende.
Informiere dich bei deiner örtlichen Agentur für Arbeit, welche Programme aktuell verfügbar sind und welche Voraussetzungen gelten.
Tipps für die Stellenanzeige
Eine Stellenanzeige, die Quereinsteiger als Elektriker/in anspricht, sollte klar und ehrlich formuliert sein:
- Klare Ansprache: „Quereinsteiger willkommen“ oder „Elektriker/in ohne Ausbildung anlernen“
- Erwartungen konkretisieren: Nenne erforderliche Vorerfahrungen (z. B. handwerkliche Tätigkeiten, technisches Interesse)
- Einarbeitungszeit erwähnen: „Wir investieren 6 Monate in deine Ausbildung und Einarbeitung“
- Fördermöglichkeiten ansprechen: Hinweis auf Unterstützung durch Bildungsgutschein oder Eingliederungszuschuss
- Perspektive bieten: „Langfristige Festanstellung mit Entwicklungsmöglichkeiten“
Nutze unsere Stellenanzeige Elektriker/in — Quereinsteiger-freundliche Vorlage als praktische Hilfe für die Formulierung.
Typische Quereinsteiger-Herkunft im Elektrohandwerk
Viele Quereinsteiger kommen aus Berufen mit technischem oder handwerklichem Hintergrund:
- Heizungs- und Sanitärinstallateure
- Fachhelfer aus dem Bau- oder Metallbereich
- Elektrotechnische Assistenten ohne formelle Ausbildung
- Mechaniker und Techniker aus angrenzenden Bereichen
Diese Branchen bringen schon ein Grundverständnis für technische Abläufe mit, was die Einarbeitung erleichtert.
Kalkulation: Was kostet dich ein Quereinsteiger als Elektriker/in?
Wichtig für die Budgetplanung ist die realistische Einschätzung der Gesamtkosten inklusive versteckter Posten:
| Kostenfaktor | Beschreibung | Beispielbetrag (monatlich) |
|---|---|---|
| Gehalt (brutto) | Quereinsteiger-Einstiegsgehalt ca. 2.200 € | 2.200 € |
| Sozialabgaben Arbeitgeber | Ca. 20 % vom Bruttolohn | 440 € |
| Einarbeitungskosten | Mentoring, Schulungen, Produktivitätsverlust (geschätzt 15 % des Gehalts) | 330 € |
| Cost-of-Vacancy | Kosten durch Auftragsverzögerung und Überstunden im Team (geschätzt) | 500 € |
| Gesamtkosten pro Monat | 3.470 € |
Diese Zahlen sind Schätzwerte – bei Fachkräften mit abgeschlossener Ausbildung liegen Gehalt und Einarbeitungskosten höher, dafür ist der Produktivitätsverlust geringer.
Mehr zur Vergütung findest du unter Elektriker/in Gehalt — was du Quereinsteigern zahlen solltest.
Probieren geht über Studieren: Minijob als Einstieg
Gerade bei Quereinsteigern empfiehlt sich ein schrittweiser Einstieg. Ein Minijob oder eine Aushilfsstelle ermöglicht dir, den Kandidaten im Arbeitsalltag zu testen, ohne dich sofort langfristig zu binden.
TalentMatch24 bietet dir günstige Einstiegstarife ab 29€ an, damit du unkompliziert starten kannst.
Hier kannst du mehr erfahren: Quereinsteiger erstmal als Minijob testen — ab 29€
Rechne selbst nach: Die Kosten im Vergleich
| Option | Kosten | Bemerkung |
|---|---|---|
| TalentMatch24 | 399€ einmalig | Stellenanzeige + Matching, günstiger und schnell |
| Zeitungsanzeige | 300€+ | Oft geringe Reichweite, längere Besetzungszeit |
| Personalvermittlung | 2–3 Monatsgehälter | Sehr teuer, aber schneller bei Fachkräften |
Fazit: Die günstigste und schnellste Option.
FAQ: Quereinsteiger als Elektriker/in einstellen
Wie lange dauert die Einarbeitung eines Quereinsteigers als Elektriker/in?
Die Einarbeitung dauert in der Regel 6 bis 12 Monate, abhängig von Vorerfahrungen und individuellen Fähigkeiten. Sicherheitsunterweisungen und Prüfungen erfolgen parallel.
Welche Förderungen kann ich für die Einstellung nutzen?
Fördermöglichkeiten umfassen Bildungsgutscheine, Eingliederungszuschüsse, das Qualifizierungschancengesetz und AVGS. Wende dich an die Agentur für Arbeit für individuelle Beratung.
Was kostet mich ein Quereinsteiger insgesamt?
Inklusive Gehalt, Sozialabgaben, Einarbeitung und Produktivitätsverlust kannst du mit monatlichen Gesamtkosten um 3.400 € rechnen. Dies ist oft günstiger als der Ausfall oder teure Fachkräftevermittlung.
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